Ich habe etwa 20 Jahre im Zuge verschiedener Berufe geschrieben und kommuniziert. Als TV- und Filmredakteurin, in Kommunikations- und Werbeagenturen, in einer politischen Organisation, für die ich europaweit Konferenzen organisiert habe.
Jetzt war es an der Zeit, die Richtung zu ändern. Weg von: alleine zuhause sitzen und Worte aus mir rauspressen. Hin zu: persönlicher, direkter Kommunikation. Hin zu: Gastgeberin sein und zu einem Ort beitragen, an dem sich Menschen wohl und zuhause fühlen.
Bei einem Visionsworkshop vor einigen Jahren war dieses “einen Ort schaffen, wo Menschen sie selbst sein können” bereits Thema. Aufgrund meines Backgrounds dachte ich aber immer, dass das im Gewand von Veranstaltungen, Erlebnissen, Theater, Erlebnissen im öffentlichen Raum sein wird. Und etwas mit meinem Schreiben zu tun hat. Ich habe viel nachgedacht und ausprobiert. Aber nichts hat sich stimmig angefühlt, nichts wurde konkret.
Und plötzlich passt es schon. Auf eine Art und an einem Ort, wie ich es nie für möglich gehalten hätte. Da ich nie auf den Gedanken gekommen wäre, in diese Richtung umzusatteln.
Ich arbeite jetzt in einem Hotel. Ein traditionsreiches Familienunternehmen. 40 Zimmer, zu einem Großteil Stammgäste. Von Anfang an hatte ich plötzlich so viele Ideen wie als Texterin schon lange nicht mehr. Ich lerne neue Systeme und Arbeitsweisen kennen, lerne, wie ein Hotelbetrieb funktioniert, und Home Office ist natürlich kein Thema. Ich vermisse es auch nicht.
Natürlich menschelt es sehr, aber auch die challenging Gäste finde ich interessant. Bislang sind die meisten happy. Heute sagte ein amerikanischer Gast zu mir: This place is like a warm hug. Und genau das habe ich mir gewünscht.